Misophonie Trigger – Das verbessert Euer Zusammenleben

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In meinem Erstlingswerk Ich hasse Geräusche! beschreibe ich, wie du dich täglich vor Triggern schützen kannst, wie du dich entspannst und wie du über die Misophonie sprechen kannst. Aktuell gibt es das Buch geschenkt. Du zahlst nur den Versand.

Misophonie Trigger – Das verbessert Euer Zusammenleben

Herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag. Mein Name ist Patrick und ich bin selber Misophoniker. Ich leide unter dieser Erkrankung seit meiner Kindheit. Aber im Laufe der Jahre habe ich Methoden und Strategien entwickelt, die ein glückliches und ausgelassenes Leben trotz Misophonie möglich machen. Daran möchte ich Dich und auch Deine Angehörigen gerne teilhaben lassen.
Die Misophonie kann Deine Lebensqualität mindern. Auch die Deiner Angehörigen. Du weißt vielleicht nicht, wie du über die Misophonie sprechen kannst. Und Deine Angehörigen verstehen nicht, was mit Dir los ist. Daraus können Konflikte resultieren. Um dies zu verhindern, möchte ich Dir heute das theoretische Konstrukt des Triggerkontos vorstellen.
Dazu stellt sich die Frage: Was sind eigentlich Misophonie Trigger? Nicht jeder kann mit dem Begriff „Trigger“ sofort etwas anfangen. Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Auslöser“. In der Psychologie wird der Begriff verwendet für Dinge, die bei einem Menschen Erinnerungen an etwas traumatisches oder belastendes hervorrufen können. ( Eine genaue Definition findet man hier ) Bei der Misophonie handelt es sich um eine verminderte Toleranz gegenüber bestimmten Geräuschen. Besonders Essgeräusche lösen unangenehme Gefühle wie Wut, Hass oder Ärger aus. Ein Misophonie Trigger wäre zum Beispiel das Kauen und Schlucken einer anderen Person beim Essen.
Was es jetzt aber mit dem Triggerkonto auf sich hat, und wie Du es für Dich und Deine Angehörigen nutzen kannst, erfährst Du im Laufe des Artikels.
Denn die Angehörigen spielen eine sehr wichtige Rolle im Leben des Misophonikers. Wer mit einem Misophoniker zusammenlebt, der versteht oft nicht, was in dem Betroffenen vorgeht. Und warum dieser so heftig auf manche Geräusche reagiert. Manche Angehörige sind überfordert und wissen nicht, wie sie mit der Person umgehen sollen. Sie haben Angst was falsch zu machen und fühlen sich überfordert.
Und jetzt stellt Euch folgendes vor: Euer Zusammenleben verbessert sich! Ihr habt mehr Quality-Time zusammen! Kein Streit mehr wegen der Misophonie! Der Angehörige lernt den Misophoniker zu verstehen! Eure Lebensqualität wird auf ein neues Level gehoben! Und Ihr erhaltet Techniken, die den Betroffenen vor Triggern schützen! Wie das funktioniert? Das erfahrt Ihr in meinem neuen Ratgeber „Misophoniker Bodyguard“. Und den findet Ihr hier:

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Das Triggerkonto – Worum handelt es sich dabei überhaupt?

Ich habe für mich festgestellt, dass ich nicht von „0 auf 100“ getriggert werde und direkt die Kontrolle über mich verliere. Das ist über den Tag eher ein schleichender Prozess. Um das zu veranschaulichen, habe ich das Konstrukt des Triggerkontos entworfen. Wenn ich morgens aufstehe, dann steht dieses Konto noch bei Null. Ich bin gut erholt von der Nacht und mich haben noch keine Misophonie Trigger genervt.
Erst im Laufe des Tages werde ich mit unerwünschten Geräuschen konfrontiert. Diese Trigger werden dann auf mein Konto eingezahlt. Und je mehr Trigger auf diesem Konto sind, desto schneller steigt mein Stresslevel an. Das geht bis zu einem gewissen Limit gut. Doch sobald dieses Limit überschritten ist, erreiche ich eine Aggressionsschwelle. Wenn die dann auch noch überschritten wird, kommt es zum Kontrollverlust. Und den sollte man nach Möglichkeit vermeiden.
Du kannst das Triggerkonto auch mit dem Ladebalken eines Smartphones vergleichen. Jeder einzelne Trigger entzieht Energie. Und je mehr Energie entzogen wird, desto schwächer wird der Akku. Deswegen fühlen sich viele Misophoniker besonders abends ausgelaugt. Ähnlich wie beim Smartphone, gibt es aber auch hier Möglichkeiten den Akku wieder aufzuladen. Wie man das macht, werde ich Dir gleich noch erläutern. Gleichzeitig wirst Du lernen, wie Du das Triggerkonto zur Selbstkontrolle verwenden kannst. Mache dir bewusst, dass man einem Misophonie Trigger nie schutzlos ausgeliefert ist. Mittlerweile gibt es so viele Optionen, wie man sich schützen kann. Glücklicherweise ist es auch nicht so, dass man jeden Tag bis zum Anschlag getriggert wird. Das Konto kann auch mal leer und nur halb gefüllt sein.
Am Ende des Beitrages findest Du mein aktuelles Video von meinem YouTube-Kanal. Dort werde ich Dir das Triggerkonto und seinen Nutzen noch einmal visuell anhand von Folien darstellen. Garantiert triggerfreundlich.

Misophonie Trigger Konto

Misophonie Trigger Konto
Das Misophonie Trigger Konto – Jeder Trigger zahl darauf ein.

Selbstkontrolle – Wo stehe ich gerade und wie kann ich entgegenwirken?

Um es zu vereinfachen, unterteile ich das Triggerkonto in drei verschiedene Teilbereiche: Leeres Konto. Halbvolles Konto. Volles Konto.
Wenn Dein Triggerkonto noch leer ist, dann musst Du Dir keine Gedanken machen. Dies ist besonders häufig morgens der Fall. Dich hat nichts getriggert und Du bist völlig entspannt. Das ist der ideale Zustand. Hier solltest Du versuchen Schutzmaßnahmen präventiv einzusetzen, damit dieser Zustand erhalten bleibt. Falls Du an der Stelle weißt, was Dir dabei helfen kann, dann empfehle ich Dir meinen Beitrag: 5 Gadgets, die du als Misophoniker brauchst.
Wenn Dein Triggerkonto halbvoll ist, dann sieht die Sache schon anders aus. An dieser Stelle solltest Du – nach Möglichkeit – dem schon entgegenwirken. Mögliche Strategien dafür wären Bewegung, Sport, Meditation, Selbstfürsorge, Progressive Muskelentspannung oder auch CBD-Öl. Mit diesen Methoden lädst Du Deinen Akku wieder auf. Besonders die Progressive Muskelentspannung ist eine absolute Geheimwaffe im Kampf gegen die Misophonie. Sie hilft Dir dabei, Deine Reaktion auf Trigger zu mildern. Wie man sie durchführt? In diesem Video findest Du eine ausführliche Anleitung.
Wenn Dein Triggerkonto voll ist, dann stehst Du kurz vor dem Kontrollverlust. Und wie ich oben schon beschrieben habe, ist es am besten, wenn man diesen verhindern kann. In einem solchen Fall solltest Du schnell handeln. Dann rate ich Dir Deinen Rückzugsort aufzusuchen. Dein geschütztes Refugium. Damit Du einen Ausbruch verhindern kannst, solltest Du versuchen so schnell wie möglich wieder herunterzukommen und zu entspannen.
Ich habe das Triggerkonto auch ausführlich in meinem neuen Buch beschrieben. Angehörigen sollen verstehen, welchen Stimmungsschwankungen Misophoniker im Laufe eines Tages ausgesetzt sein können. Dort stelle ich auch noch einmal die Misophonie-Ampel vor. Mithilfe dieser Ampel kann ein Misophoniker seinen Gefühlszustand am schnellsten und einfachsten erklären. Die Farben Grün, Orange und Rot dienen hierbei als Indikator. Wichtig ist, dass man den Angehörigen bezüglich der Misophonie Trigger ausführlich aufklärt, damit er mit dem Codewort „Misophonie-Ampel steht auf Rot“ auch etwas anfangen kann.

Misophonie Trigger – Darüber sprechen und aufklären

Wer sich schon einmal den kleinen Zeh an einer Tischkante gestoßen hat, der kennt die aufkommende Wut sehr gut. Im ersten Moment ist man ziemlich wütend auf den Tisch, auch wenn er nichts dafür kann. Die Wut entsteht reflexartig binnen einer Sekunde. Und genauso verhält es sich auch bei der Misophonie.
Viele Angehörige kennen das Krankheitsbild der Misophonie aber nicht. Sie handeln aus Unwissenheit heraus. Zwar ist die verminderte Geräuschtoleranz mittlerweile bekannt, aber ihre Erforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Deswegen ist es so wichtig, dass du Deine Liebsten über die Misophonie Trigger ausführlich aufklärst. Deinen Angehörigen fehlt die Empathie und das Verständnis für diese Erkrankung. Man kann die Misophonie nicht sehen. Sie ist nicht greifbar. Ein gebrochenes Bein sieht man. Man entwickelt Mitgefühl für den Verletzten. Und niemand würde von dieser Person verlangen, dass er noch bei einem Marathon mitmacht. Bei der Misophonie fehlt dieses Verständnis noch in den meisten Fällen. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass Du offen und ehrlich über Deine Erkrankung sprichst. Hilf Deinen Angehörigen Dich zu verstehen!
Mir ist bewusst, dass es für viele kein leichter Schritt ist. Einige schämen sich vielleicht für diese Erkrankung. Sie haben Angst, dass man sie auslacht oder das Wissen über die Misophonie gegen sie verwendet. Falls Du gar nicht weißt, wie Du über das Thema sprechen sollst, dann darfst Du mich gerne jederzeit kontaktieren. Man findet mich auch auf Instagram. Hier ist der Link. Ich werde Dir aber noch im Laufe dieses Beitrages ein paar Tipps mit an die Hand geben, wie Du mit Deinen Angehörigen sprechen kannst.
Mache Dir aber bitte folgendes bewusst: Du kannst andere über Deine Misophonie aufklären. Und Du kannst sie bitten, dass sie ein wenig Rücksicht auf Dich nehmen. Aber im Endeffekt liegt die Verantwortung immer beim Misophoniker selber. Es ist unsere Aufgabe, uns vor Triggern zu schützen. Die Kapazität des Triggerkontos ist täglich beeinflussbar. Und denke bitte daran. Prävention ist der beste Schutz bei Misophonie. Je besser man vorbereitet und organisiert ist, desto gesünder und glücklicher lässt es sich leben. Warum und wie Routinen Dein Leben verbessern? Die Antwort erhältst Du in diesem Beitrag.

Wie Du mit Deinen Angehörigen über die Misophonie Trigger sprechen kannst

Es gibt so Gespräche, vor denen graut es uns. Sie liegen wie ein Betonpfeiler auf der Brust. Auf der einen Seite würden wir es gerne sofort hinter uns bringen. Auf der anderen Seite verschieben wir das Gespräch, weil wir uns nicht trauen. Ein solches Gespräch kann auch die Misophonie betreffen.
Trotzdem empfehle ich Dir es hinter Dich zu bringen. Meistens ist es nämlich nicht mal ansatzweise so schlimm wie erwartet. Spreche offen und ehrlich über die Misophonie Trigger. Erzähle Deinen Angehörigen, wie Du Dich fühlst, wenn Du getriggert wirst. Was in Dir vorgeht. Und das Du es nicht böse meinst. Mache ihnen bewusst, dass Du das Geräusch und nicht den Verursacher hasst.
Falls sie noch skeptisch sind, dann untermauer Deine Argumente mit Fakten. Schaut gemeinsam mein aktuelles Video, welches Du unter diesem Artikel findest. Anhand der Folien über das Triggerkonto, kann Dein Angehöriger besser verstehen, was in Dir vorgeht. Ihm oder ihr sollte bewusst werden, dass Du das nicht mit Absicht machst. Für Angehörige ist das Zusammenleben mit einem Misophoniker nicht so kompliziert, wie vielleicht erwartet. Sie müssen sich nicht groß einschränken, sondern nur verstehen und akzeptieren, dass Du Dich schützen wirst. Oder dass Du Dich auch mal zurückziehst, wenn Dein Triggerkonto prall gefüllt ist.
Ein Team von der Universität in Newcastle, England, fand heraus, dass die Gehirne von Misophonikern bei Triggergeräuschen überreagieren. Man erkannte im Frontallappen einen Unterschied zu den Gehirnen von Menschen, die nicht an Misophonie leiden. Eine der Funktionen des eben erwähnten Frontallappens ist die Unterdrückung von unerwünschten Geräuschen. Im Idealfall nimmt die betroffene Person also das Kauen seines Gegenübers überhaupt nicht wahr. Bei einem Misophoniker funktionieren die Filter im Frontallappen allerdings nicht. Das Geräusch lässt sich nicht ausblenden.
Im Ärzteblatt ist schon im Jahre 2017 dazu ein interessanter Artikel dazu veröffentlicht worden. Hier ist der Link. Solche wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten dabei helfen, dass Deine Angehörigen verstehen, dass die Misophonie mehr als nur eine leichte Überempfindlichkeit ist. Es ist ein neurologischer Vorgang im Gehirn und somit ein Reflex, der sich genauso wenig steuern lässt wie das Niesen oder Husten.

Warum die gewaltfreie Kommunikation so wichtig ist

Dazu möchte ich kurz erläutern, was man unter gewaltvoller Kommunikation versteht: Hierzu gehören Schreien, Beleidigen, Mobben oder Lästern. Des Weiteren zählt zu einer gewaltfreien Kommunikation, dem Gesprächspartner nicht zuzuhören, ihn zu ignorieren oder unterschwellige Vorwürfe zu machen. Auf diese Art und Weise wird man nicht zueinander finden. Umso wichtiger ist eine faire und freundliche Gesprächskultur.
Bei der gewaltfreien Kommunikation geht es darum, dass man sich aufrichtig mitteilt und einander zuhört. Beide Parteien sollen gemeinsam Konflikte lösen, ohne das es dabei Gewinner oder Verlierer gibt. Nur so kann ein „Wir-Gefühl“ entstehen. Denn gemeinsam lässt sich die Misophonie besser in den Griff bekommen. Mehr Informationen über die gewaltfreie Kommunikation findest Du in meinem neuen Buch „Misophoniker Bodyguard“.
Der heutige Artikel über die Misophonie Trigger und das Triggerkonto lag mir besonders am Herzen. Die Misophonie kann die Lebensqualität zwischen zwei Menschen sehr einschränken. Aber man kann etwas dagegen tun. Und deswegen steckt in jedem meiner Bücher, Artikel und Videos auch mein Herzblut. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich von Euch positive Nachrichten bekomme, dass meine Strategien und Methoden Eure Lebensqualität trotz Misophonie nachhaltig verbessert haben. Für mich ist die Aufklärung und Hilfeleistungen für Misophoniker und deren Angehörige mehr als nur ein Hobby oder Beruf. Dadurch das ich selber unter der Misophonie leide, habe ich schon viele Höhen und Tiefen durchgemacht. Ich durfte negative Erfahrungen sammeln. Aber auch positive. Ich bin in einer Beziehung mit einer Frau, mit der ich irgendwann offen und ehrlich über meine Erkrankung gesprochen habe. Und ich war positiv überrascht, wie toll sie das aufgenommen hat und wie rücksichtsvoll mit mir umgeht. Deswegen kann ich jeden nur ermutigen, auch diesen Schritt zu gehen.
Ich bedanke mich für Deine Aufmerksamkeit. Das versprochene Video findest Du hier.

https://www.youtube.com/watch?v=wNGHReUfkbA

Alles Gute,

Dein Patrick

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