Misophonie Symptome – Ist mein Kind betroffen?

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Misophonie Symptome – Ist mein Kind betroffen?

„Die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen.“ So lautet ein Zitat des berühmten Dalai Lamas. Und es gibt kaum Sätze mit mehr Wahrheitsgehalt.
Die Kindheit prägt uns für unser gesamtes Leben. Was wir in dieser Zeit erfahren, stellt die Weichen für unsere zukünftige Persönlichkeit. Schlechte Erfahrungen verwandeln sich in negative Glaubenssätze, die uns im Erwachsenenalter begleiten werden. Und deswegen liegt mir dieser Beitrag besonders am Herzen.
In meinem letzten Artikel habe ich beschrieben, warum es uns so schwer fällt, über die Misophonie zu sprechen. Wenn es schon Erwachsenen so geht, wie muss es dann erst für Kinder sein? Sie kennen die Misophonie nicht und können auch nichts darüber wissen. Somit sind sie nicht in der Lage, darüber zu sprechen. Sie brauchen die Aufmerksamkeit und Unterstützung von ihren Eltern. Aber wie erkennen diese, ob ihr Kind Misophonie Symptome zeigt?
Es gibt 5 Fragen, die als Indikator dafür dienen, ob das Kind an Misophonie leidet oder nicht. Diese Fragen lassen sich auch auf Erwachsene anwenden. Aber heute geht es speziell darum, zu erkennen, ob das eigene Kind unter Misophonie leidet. Sollte dies der Fall sein, dann braucht es Zuneigung und Verständnis. Bitte auf keinen Fall das Kind mit Sätzen wie „Du bist nicht normal“ konfrontieren. Wie bereits erwähnt, prägt es sich diese Aussage ein und entwickelt daraus einen negativen Glaubenssatz für sein restliches Leben.
Zu meiner Kindheit war die Misophonie noch nicht bekannt. Weder meine Eltern noch ich wussten etwas über diese Erkrankung. Deswegen mache ich ihnen auch keinen Vorwurf, dass sie mich nicht ernst genug genommen haben. Heute lassen sich solche Fehler allerdings vermeiden. Und dabei möchte ich allen Eltern gerne behilflich sein.
Während es heute darum geht, zu erkennen, ob das Kind Misophonie Symptome zeigt, habe ich in meinem neuen Buch „Misophoniker Bodyguard“ Strategien entwickelt, die das Familienleben stark verbessern. Ich öffne ein Notfallpaket, das ich speziell für Misophoniker konzipiert habe. Ihr lernt Methoden, die gemeinsame Mahlzeiten wieder stressfrei möglich machen. Mein Ratgeber richtet sich nicht nur an die Betroffenen, sondern auch an deren Angehörige. Hier kannst Du es bestellen:

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Ein eindeutiges Indiz, dass Dein Kind Misophonie Symptome aufweist

Die erste von 5 Fragen, die man sich stellen sollte, lautet: „Reagiert mein Kind mit Wut, Aggressionen oder Fluchtverhalten auf ganz bestimmte alltägliche Geräusche?“
Das Verhaltensmuster von Kindern ähnelt dem der Erwachsenen. Sobald Kinder mit einem Trigger konfrontiert werden, zeigen sie ein auffälliges Verhalten. Sie halten sich die Ohren zu, werden innerlich unruhig und versuchen zu flüchten. Möglicherweise fangen sie auch an zu schreien, werden wütend oder trotzig. Viele Kinder weisen ein erhöhtes Bedürfnis nach Ruhe auf, nachdem sie zum Beispiel beim Abendessen getriggert worden sind.
Einige Eltern reagieren mit Unverständnis auf dieses Verhalten. Sie werden vielleicht laut, schimpfen oder zwingen das Kind am Tisch sitzen zu bleiben. Doch dieses Verhalten wirkt sich negativ auf die Misophonie Symptome des Kindes aus. Trotzdem möchte ich niemanden einen Vorwurf machen. Die meisten Eltern wissen vermutlich nichts über die Misophonie. Zusätzlich sind sie verzweifelt, weil ihr Kind plötzlich solche Verhaltensweisen an den Tag legt. Deswegen ist es mir so wichtig, mit meiner Aufklärungsarbeit über die Misophonie so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Wenn Du selber ein Kind hast, das Misophonie Symptome an den Tag legt oder jemanden kennst, bei dem das so ist, dann zögere nicht mich anzuschreiben. Ich möchte Euch helfen. Man findet mich auch hier auf Instagram.
Reagiert das Kind auf gewisse Geräusche extrem, kann das ein Indikator dafür sein, dass es unter Misophonie leidet. Meistens zeigen sich diese Reaktionen bei gemeinsamen Mahlzeiten. Zwar gibt es fast einen ganzen Katalog für mögliche Trigger, aber am häufigsten reagieren Misophoniker auf Essgeräusche. Sollte das Kind also beim Essen aggressiv werden oder versuchen vom Tisch zu flüchten, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es unter Misophonie leidet. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass es sich dabei um neurologischen Reflex handelt, der im Bruchteil einer Sekunde stattfindet. Das Kind verhält sich also nicht mit Absicht so heftig, wenn es getriggert wird. Ich bitte dies zu berücksichtigen.

Wenn Dein Kind das macht, könnte es unter Misophonie leiden

Die zweite Frage lautet: „Ahmt Dein Kind die verhassten Geräusche nach?“ Das klingt für den einen oder anderen im ersten Moment vielleicht etwas seltsam. Warum sollte das Kind etwas nachahmen, was es offensichtlich nicht leiden kann? Ist das nicht kontrovers?
Möglicherweise. Aber es handelt sich tatsächlich um eines der Misophonie Symptome. Ich habe das bei mir selber schon häufig erlebt. Das Nachahmen der Geräusche ist wie ein Damm, der die erste Wutwelle abfängt. Auf diese Weise baut man Aggressionen ab. Manchmal erzeugt man die verhassten Geräusche auch selber, um den Auslöser zu überlagern. Je lauter man selber ist, desto weniger muss man den anderen hören. Ich kenne die tiefenpsychologische Bedeutung nicht, aber das Nachahmen der Geräusche lindert die Misophonie Symptome wirklich. Zumindest vorläufig.
Sollte Dein Kind also häufig und auffällig bestimmte Geräusche immer wieder nachmachen, dann kann das ein deutliches Anzeichen sein, dass es unter Misophonie leidet. Besonders Kinder können sich nur schwer mitteilen. Deswegen weichen sie auf solche Verhaltensmuster aus. Es ist ein Schutzprogramm, das automatisch abläuft. Meistens zeigt das Kind dabei auch andere Symptome. Es wirkt vielleicht wütend oder verärgert. Möglicherweise wird es unruhig oder neigt zum Fluchtverhalten. Ähnlich wie ich es im vorigen Abschnitt beschrieben habe.
Hier bietet es sich an, einfach mal das Gespräch mit dem Kind zu suchen. Es zu fragen, warum es denn so reagiert. Ob es Geräusche gibt, die es wütend machen. Dabei sollte man einfühlsam vorgehen und dem Kind signalisieren, dass man Verständnis hat. Das erzeugt ein „Wir-Gefühl“. Und aus dieser Position heraus lassen sich leichter Strategien und Methoden entwickeln, die das Zusammenleben erleichtern.

Wenn das Kind sauer auf den Verursacher der unerwünschten Geräusche ist

Und damit sind wir bei der dritten Frage angelangt, um festzustellen, ob das Kind Misophonie Symptome entwickelt hat: „Ist das Kind sauer auf die Geräuschquelle?“
In meinen Videos, Artikeln und Büchern habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass man als Misophoniker selber für seinen Schutz verantwortlich ist. Und das es nicht richtig ist, die Wut auf den Verursacher zu projizieren. Ein Erwachsener kann das verinnerlichen. Aber wie sieht es bei Kindern aus? Die sind sich ihrer Erkrankung ja noch gar nicht bewusst. Mit dem Begriff Misophonie können sich nichts anfangen. Im Moment des Triggers wissen sie nicht, wie ihnen geschieht. Das sorgt für Wut, Ekel oder Fluchtverhalten. Ihre Reaktionen haben ihren Ursprung im Unwissen über die Misophonie. Also richten sie im Affekt den Ärger auf die Quelle des verhassten Geräusches. Das kann zum Beispiel ein Elternteil beim Essen sein.
Wenn Dein Kind seinen Ärger auf die verursachende Person richtet, dann ist das ein deutlicher Indikator, dass es unter Misophonie leiden könnte. Dabei muss die Quelle des Geräusches nicht unbedingt eine Person sein. Auch Gegenstände, die das Kind triggern, können ins Visier des Unmuts gelangen. Die Wut äußerst sich möglicherweise so, dass das Kind den Gegenstand schlägt oder tritt. Bei einer Person schimpft es vielleicht oder verhält sich dem Verursacher sauer und abweisend gegenüber. Auf solche Misophonie Symptome sollten Eltern unbedingt achten.
Warum richtet sich eigentlich die Wut generell erst einmal auf die Geräuschquelle? Ich halte dies für einen Reflex. Wir alle kennen vermutlich folgendes Beispiel: Man stößt sich mit voller Wucht den Zeh am Tisch. Der Schmerz durchzuckt unseren Körper. Im ersten Moment macht uns das so wütend, dass wir dem Tisch dafür verantwortlich machen. Natürlich hat dieser keine Schuld. Der steht ja schon seit langer Zeit dort, wo er ist. Er hat uns ja nicht angegriffen. Wir haben nicht aufgepasst. Aber im ersten Moment dominiert trotzdem der Ärger.
Solche Reflexe finden bei Kindern auch statt. Vielleicht sogar heftiger, weil sie sich schlechter artikulieren können. Als Erwachsener hat man den Vorteil, dass man über die Misophonie sprechen kann. Und es gibt Techniken, die einem erlauben, schlagfertig auf Sprüche wie „Stell dich nicht so!“ oder „Höre doch einfach weg!“ zu reagieren. Möchtest Du mehr darüber erfahren? Dann schau Dir meinen neuen Online-Kurs „Selbstbewusst und schlagfertig über die Misophonie sprechen“ an.

Die Intensität des Triggers hängt nicht von seiner Lautstärke ab

Leidet mein Kind unter Misophonie? Frage 4 liefert da deutliche Hinweise: „Wird das Kind auch von leisen Geräusche getriggert?“ Denn dabei handelt es sich um ein signifikantes Merkmal der Misophonie. Man wird nicht nur von lauten Geräuschen verärgert, sondern auch von leisen. Die bringen einen manchmal besonders zur Weißglut.
Wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich meine Katzen liebe. Aber das Geräusch, wenn sie sich putzen, treibt mich in den Wahnsinn. Es sind keine lauten Töne, aber sie erreichen mich trotzdem. Dazu sollte man etwas wissen: Bei einem Menschen ohne Misophonie sind gewisse Filter im Gehirn aktiv, die Geräusche ausblenden können. Und bei Misophonikern funktionieren diese Filter eben nicht so zuverlässig. Deswegen können auch schon leise Töne den Erwachsenen oder das Kind triggern. Es kann das Klicken mit der Computermaus sein. Das Rascheln mit einer Tüte. Sogar das Zuziehen des Duschvorhanges kann ein Trigger sein. Misophonie Symptome sind sehr vielfältig.
Sollte Dein Kind besonders heftig auf bestimmte leise Geräusche reagieren, ist das ein tendenzieller Hinweis auf Misophonie. Und besonders Eltern sollten sich bewusst machen: Das Kind hat sich diese Erkrankung nicht ausgesucht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, welche Herausforderung das Leben mit Misophonie bedeutet. Besonders als Kind, wenn man nicht ernst genommen wird. Kinder sind oft hilflos. Sie brauchen den Schutz von Erwachsenen. Insbesondere den ihrer Eltern. Es soll wohlbehütet aufwachsen. Zu einen Erwachsenen werden, der selbstbewusst durchs Leben geht. Der seine Stärken und Schwächen kennt. Und die Welt ein kleines bisschen besser macht. Kinder sind nun einmal unsere Zukunft.
Leiden Kinder an Misophonie, dann ist das für sie besonders schwierig. Sie brauchen jemanden, der sie durch diese Zeit bringt. Einen Misophoniker Bodyguard. Und wer eignet sich da besser als die eigenen Eltern? Je eher das Kind lernt mit dieser Erkrankung zu leben, desto strukturierter und gefestigter geht es später durchs Leben.

Wenn Du das bei Deinem Kind beobachtest, leidet es vermutlich unter Misophonie

Und damit sind wir schon bei der letzten Frage angekommen: „Wie fühlt sich das Kind, wenn es an einen Ort kommt, an dem potentielle Trigger lauern?“ Das kann zum Beispiel der Esstisch sein. Oder wenn man bei Verwandten zum Kuchen essen eingeladen ist. Ein Kind merkt sich, wo es getriggert wird. Dementsprechend lässt sich häufig schon vor diesen Ereignissen beobachten, ob das Kind nervöser und unruhiger als gewöhnlich ist.
Ich bin ein erwachsener Mann. Aber auch mir hat ein Weihnachtessen mit Verwandten im Vorfeld schon Bauchschmerzen bereitet. Mittlerweile bin ich in der Lage mich effektiv zu schützen. Doch das war nicht immer der Fall. Ein Kind dagegen weiß sich überhaupt nicht zu schützen. Es ist den Triggern ausgesetzt. Und wird meistens noch dazu gezwungen, sie auszuhalten. Gerade das verschlechtert die Misophonie Symptome langfristig. Um das zu verhindern, sollte man rechtzeitig erkennen, ob das eigene Kind an Misophonie leidet.
Deswegen habe ich diesen Beitrag verfasst. Die 5 Fragen dienen als Richtlinie, um eine potentielle Misophonie bei dem Kind zu erkennen. Und sollte es der Fall sein, dann ist das kein Weltuntergang. Die Misophonie stellt alle Betroffenen zwar vor Herausforderungen, aber es gibt deutlich schlimmere Krankheiten. Ein stressfreies Leben mit verminderter Geräuschtoleranz ist durchaus möglich.
Wie man die Misophonie von ähnlichen Erkrankungen wie die Hyperakusis ( Überempfindlichkeit gegenüber Lautstärke ) oder der Phonophobie ( Angst vor bestimmten Geräuschen ) abgrenzt, lässt sich ganz gut in diesem Artikel von Andreas Seebeck nachlesen. Natürlich sollte bei Problemen und auffälligem Verhalten des Kindes vorsichtshalber ein Arzt konsultiert werden. Mein Artikel dient nur als Indikator und Hilfestellung.
Wie versprochen erhältst Du zum Schluss noch das versprochene Video. Es enthält noch weitere spannende Informationen, die Dir helfen können, falls Dein Kind unter Misophonie erkrankt ist. Und was Du tun kannst, um dem Kind zu helfen.
An der Stelle möchte ich mich noch für Deine Aufmerksamkeit bedanken und wünsche Dir eine stress- und triggerfreie Zeit.

Alles Gute,

Dein Patrick

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