Selbstbewusst über Misophonie sprechen – Die 3 Schlüssel Teil 2

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In meinem Erstlingswerk Ich hasse Geräusche! beschreibe ich, wie du dich täglich vor Triggern schützen kannst, wie du dich entspannst und wie du über die Misophonie sprechen kannst. Aktuell gibt es das Buch geschenkt. Du zahlst nur den Versand.

Selbstbewusst über Misophonie sprechen – Der zweite Schlüssel

Letzte Woche habe ich dir mit der Selbstanalyse den ersten Schlüssel an die Hand gegeben. Du hast die Eingangstür geöffnet und den Flur der Selbsterkenntnis betreten. Damit bist du einen ganzen Schritt weiter, aber es liegen noch zwei weitere Türen vor dir. Für eine davon bekommst du heute den nächsten Schlüssel von mir und lernst wie du selbstbewusst über Misophonie sprechen kannst.

Viele Menschen leiden unter Misophonie und wissen nicht, wie sie es ansprechen können. Sie würden am liebsten das Gespräch mit ihren Angehörigen, Partner oder Freunden suchen, aber sie trauen sich nicht. Wie sollen sie es ansprechen? Wird man sie auslachen? Oder überhaupt ernst nehmen? Die Angst vor einer solchen Unterhaltung führt meistens dazu, dass man das Gespräch gar nicht erst sucht. Der Betroffene leidet weiter still vor sich hin und zieht sich zurück in die Isolation.

Andere haben den Mut und sprechen die Misophonie an, doch die Resonanz des Gegenübers fällt negativ aus. „Hör halt nicht hin!“ Oder „Stell dich nicht so an!“ Mit diesen Sprüchen werden Misophoniker hin und wieder konfrontiert. Oft fehlen ihnen dann die Worte, um schlagfertig zu antworten. Der Misophoniker ist verletzt, wütend oder verzweifelt. Keine guten Zutaten für ein friedliches Zusammenleben.

Diese beiden Situationen sind äußerst belastend für einen Misophoniker. Mein heutiger Beitrag beleuchtet Möglichkeiten, wie man sich selbstbewusst und schlagfertig in solchen Situationen verhalten kann. Es ist der zweite Schlüssel aus meiner aktuellen Reihe „3 Schlüssel gegen Misophonie“, die auch parallel auf meinem YouTube-Kanal läuft. Zum Schluss des Artikels erhältst du das Thema noch einmal visuell ansprechend zusammengefasst als Video.

Die strukturierte Analyse deiner Umgebung und Trigger helfen selbstbewusst über Misophonie zu sprechen

Notiere dir, wann, wo und durch wen die meisten Trigger verursacht werden. Diese Empfehlung habe ich dir bereits letzte Woche ausgesprochen. Die Analyse wird dir nämlich dabei helfen, dass du zukünftig selbstbewusst über Misophonie sprechen kannst. Zunächst einmal solltest du dir aber im Klaren sein, wann, wo und wie du auf Trigger reagierst. Welche Gefühle begleiten dich vor und nach dem Trigger? Hast du bestimmte Ziele und Wünsche? Wie soll dein Leben mit Misophonie aussehen, damit du glücklich und zufrieden bist?

Erst wenn du dich und deine Misophonie selber kennst, bist du auch in der Lage anderen glaubhaft davon zu erzählen. Sie werden dich viel besser verstehen und gemeinsam könnt ihr an Lösungen arbeiten, die das Zusammenleben erleichtern. Selbstreflexion ist bei dem Störungsbild Misophonie ein wichtiger Bestandteil der Prozedur.

Stell dir vor, du gehst zu deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin und sagst einfach nichts. Du hast zwar Beschwerden, aber weißt selber nicht, wie du sie beschreiben sollst. Wie soll man dir dann helfen? Ärzte brauchen konkrete Angaben, um eine entsprechende Diagnose zu stellen. Genauso verhält es sich auch bei der Misophonie. Nicht alle sind mit dieser Störung vertraut. Es handelt sich nicht um ein gebrochenes Bein, dass jeder sehen kann. Die Misophonie ist unsichtbar. Um ihr Substanz zu verleihen, musst du in der Lage sein, sie deinen Liebsten zu beschreiben. Darüber zu sprechen bringt dir sehr viele Vorteile, die ich dir im nächsten Absatz erläutern werde.

Falls du grundsätzlich Hilfe und Unterstützung im Kampf gegen die Misophonie brauchst, empfehle ich dir unser Coaching.

Diese Vorteile bringt es, wenn man selbstbewusst über Misophonie spricht

Das erste Gespräch über die Misophonie kostet viel Überwindung. Man weiß nicht, was einen erwartet und in welche Richtung die Unterhaltung gehen wird. Ich möchte dir gerne die Angst davor nehmen. In den meisten Fällen fällt die Reaktion des Gegenübers besser aus, als man erwartet hätte. Es heißt nicht umsonst „Sorgen machen“, denn die machen wir uns selber. Falls jedoch wirklich der Fall eintritt, dass jemand negativ auf dein Geständnis reagiert, erfährst du im Verlauf des Artikels noch, wie du damit umgehen kannst. Es darf dich nicht davon abhalten, selbstbewusst über die Misophonie sprechen zu wollen. Das hat nämlich viele Vorteile und die möchte ich dir jetzt auflisten:

° Du gehst selbstsicherer durch dein Leben, bleibst höflich, kannst aber bestimmend für dich eintreten
° Negative Reaktionen überraschen dich nicht mehr, denn du bist darauf vorbereitet und gewappnet
° Du kannst dumme Sprüche bezüglich deiner Misophonie kontern und gewinnst somit an Selbstvertrauen
° Durch eine strukturierte Vorbereitung auf das Gespräch gibst du nicht nur der Misophonie einen höheren Stellenwert, sondern auch deinem Gesprächspartner
° Gesprächen reinigen die Luft und schaffen Klarheit. Angehörige wissen jetzt, wie sie mit dir umgehen müssen
° Du weißt ab sofort, wie du dich vor Triggern schützen kannst und kannst es freundlich kommunizieren
° Dir wird bewusst, dass deine Angehörigen die Misophonie nicht verstehen, sondern nur respektieren müssen

Die traurige Realität vieler Misophoniker im Alltag

Wer Veränderungen in seinem Leben möchte, muss selber aktiv werden. Wenn deine Wohnung unaufgeräumt ist, kannst du die Sache auch nicht aussitzen. Wer Ordnung will, musst sie selber schaffen. Als Misophoniker ist das nicht anders. Nur wer selbstbewusst über Misophonie sprechen kann, verändert sein Leben. Leider sieht der traurige Alltag oft anders aus. Den schauen wir uns jetzt mal gemeinsam an.

Der Betroffene würde gerne über seine Misophonie sprechen, weiß aber nicht wie. Ihm fehlen die Grundlagen, wie man eine solche Unterhaltung strukturiert führt. Wie fängt man das Gespräch überhaupt an und wie beendet man es? Da ihm dieses Wissen nicht zugänglich ist, entscheidet der Betroffene sich dafür, nichts zu sagen. Zu tief sitzt die Angst vor negativen Reaktionen. Angehörige könnten mit Sätzen wie „Ignoriere das Geräusch doch einfach.“ oder „Daran wirst du dich wohl gewöhnen müssen.“ reagieren. Der Misophoniker weiß nicht, wie er darauf angemessen, selbstbewusst und schlagfertig reagieren kann. Also sagt er lieber nichts, um sich der unangenehmen Situation nicht stellen zu müssen.

Der Betroffene frisst lieber alles in sich hinein. Das verleiht dem Frust noch mehr Gewicht. Dabei wäre das offene Gespräch die Lösung, aber davon ist der Misophoniker gerade sehr weit entfernt. Das führt langfristig zu einer negativen Atmosphäre. Schauen wir uns das Beispiel mit der unordentlichen Wohnung noch einmal an. Man hat nicht aufgeräumt. Die Unordnung belastet einen, aber sie bleibt weiterhin bestehen. Mit jedem weiteren Tag kommt noch mehr Unordnung hinzu. Die Überwindung aufzuräumen wächst parallel dazu. Es ist also besser, wenn man das Nötige nicht länger aufschiebt, sondern direkt handelt.

Diese Konsequenzen ergeben sich, wenn man nicht über die Misophonie spricht

Die Fronten verhärten sich. Angehörige beziehen die Reaktionen des Misophonikers auf sich, ihre Persönlichkeit und ihren Charakter. Sie fühlen sich angegriffen und nehmen es persönlich. Wie sollen sie auch wissen, was man mit dem Betroffenen los ist, wenn er es ihnen nicht sagt? Die Misophonie steht jetzt zwischen den Parteien und erschwert das Zusammenleben unnötig. Ohne einer gesunden Kommunikation entfernen sich Menschen voneinander. Beziehungen zerbrechen, genauso wie Herzen. Man geht getrennte Wege. Für den Misophoniker oft eine zuverlässige Eintrittskarte in die Isolation. Dieses Szenario kann verhindert werden, wenn der Betroffene selbstbewusst über Misophonie sprechen kann.

Mache dir bitte bewusst, dass du dich nicht schämen musst. Du hast dir die Misophonie nicht ausgesucht. Die Wissenschaft steht mittlerweile hinter dir. Es gibt sogar eine offizielle Definition der Misophonie. Mit diesem Wissen im Gepäck kannst du das Gespräch suchen. Deine Liebsten können dir nur helfen, wenn sie wissen, was mit dir los ist. Sie werden verstehen, dass deine Reaktionen auf Trigger nichts mit ihnen persönlich zu tun haben. Du stehst nicht mehr ständig unter dem Druck, dein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Sie werden deine Störung respektieren und akzeptieren, dass du dich hin und wieder schützen wirst. Die Anspannung „nicht getriggert zu werden“ fällt weg. Das verbessert die zwischenmenschliche Beziehung effektiv.
Falls du gar nicht wissen solltest, wie du über die Misophonie sprechen sollst, dann kannst du das hier lernen.

95 % aller negativen Reaktionen auf die Misophonie sind gleich. Daraus ergibt sich ein Vorteil für dich. Du kannst dich nämlich auf diese Sprüche vorbereiten. Im Ernstfall hast du dann eine schlagfertige Antwort im Repertoire. So habe ich das auch gemacht. Ich habe mir überlegt, welche abwertenden Sprüche von anderen kommen könnten und habe mir im Vorfeld Antworten dazu überlegt. Wie so etwas aussehen könnte, zeige ich dir an zwei Beispielen:

„Ich leider unter Misophonie.“
„Dann höre halt weg!“
„Man kann nicht einfach weghören. Das Gehör ist evolutionär auf Empfang eingestellt.“

„Du bist einfach zu sensibel.“
„Das ist gar nicht so falsch. Mit der Misophonie geht möglicherweise eine erhöhte Sensibilität einher.“

Im Video findest du diese Antworten in einer noch ausführlicheren Fassung. Zusätzlich zeige ich dir anhand einer Folie, welche Bestandteile es benötigt, um selbstbewusst über Misophonie sprechen zu können. Sollte es Menschen geben, die absolut kein Verständnis für deine Misophonie haben und dir keinen Respekt erweisen, dann ist das nicht mehr deine Schuld. Der Fehler liegt bei der anderen Person. Wer dich so wenig wertschätzt, hat dich nicht verdient. Ich kann allerdings aus eigener Erfahrung sagen, dass die meisten Menschen besser reagieren als befürchtet.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast heute den zweiten Schlüssel erhalten und die Tür zu Schlagfertigkeit, Selbstbewusstsein und Mut zum Gespräch öffnen können. Damit bist du noch einen Schritt weiter gegangen. Jetzt fehlt noch die letzte Tür. Was sich dort hinter verbirgt? Das wirst du nächste Woche in meinem Blog erfahren. Ich kann dir nur versprechen: Es lohnt sich! Falls du weitere Fragen oder Anliegen hast, darfst du mich gerne jederzeit über Instagram kontaktieren.

Wenn du ein ungeduldiger Mensch bist, so wie ich, dann schau dir das kostenlose Webinar in aller Ruhe an – kostet dich eine gute Stunde!  

Weiterhin alles Gute,

dein Patrick

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